Neue Location – Offroad-Show der neuen Art

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Erstmals traf sich die deutsche Offroad-Gemeinde zum traditionellen European Endurance-Day am Eurospeedway Lausitz, um dort ihrer verrückten Leidenschaft zu fröhnen: Offroad bis zum Abwinken. Nur zur Erinnerung: Das Abwinken kam bei den Quads nach 12 Stunden, bei den Bikes nach 24 Stunden.

 

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Boxen-Bunnies inklusive


Der Lausitzring hat sich als Location gut eingeführt. Die Infrastruktur vor Ort ist bestens für einen Offroad-Event geeignet, auch wenn sich das bei einem Straßenrennkurs zunächst nicht auf den ersten Blick erschließt. Auf den zweiten Blick ist am Lausitzring aber alles vorhanden, was der Endurance-Day benötigt – vor allem wetterfestes Gelände im Maxi-Maßstab außen herum und mit dem MSC Hörlitz ein überaus engagierter und perfekt organisierter Club.

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Übersichtlich und zuschauerfreundlich unter dem Red Bull Bogen


So fanden sich also über 1000 Offroad-Verrückte in Brandenburg ein und gaben sich 36 Stunden Waldpassagen, Auf- und Abfahrten, Buckelpisten – und vor allem Staub. Der Boden in den Kiefernwäldern rund um den Ring ist dankbar. Obwohl sandig bewies er Standfestigkeit. Und die Hörlitzer Offroadfreunde verstehen es, eine Extrempassage so zu bauen, dass die künstlichen Hindernisse 24 Stunden lang ohne eine einzige Reparatur überleben. Das ist weltrekordverdächtig.

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Extremsektion für die Bikes hielt 24 Stunden


Die Starter, Betreuer und Fans erwartete ein riesiges Fahrerlager - so groß, dass es neben der Boxengasse auch eine echte Ruhezone gab. Auf die Quadfraktion, die bereits am Freitagabend um 21 Uhr an den Start ging, wartete ein etwa neun Kilometer langer Rundkurs, für den die meisten Fahrer rund 15 Minuten pro Umlauf benötigten. Zwar sah die "flache" Strecke anfangs nicht allzu anspruchsvoll aus. Doch wie beim E-Day üblich wird die Strecke durch das Befahren und die Zeit zu einer echten Belastungsprobe. Wellen und Löcher ohne Ende und tückische Baumstümpfe, Wurzeln, Bäumen, die manch einem plötzlich "in den Weg sprangen“…

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Quads - 12 Stunden Spannung


Das Rennen sollte spannend werden. Die Augen richteten sich bei den Quads vor allen Dingen auf die Ironman-Klasse. Die war so stark besetzt, wie noch nie. Über 30 Fahrer hatten. Als Favorit galt Zweifachsieger Michael Grimm, vielen auch bekannt als Iron. Obwohl Grimm sein Quad erst Stunden vor dem Rennen zusammen geschraubt hatte und unter Trainingsrückstand litt, ging er schnell in Führung. Ärgster Konkurrent sollte sein Quad-X-Berlin-Teamkollege Sandy Schulze sein, der zwischenzeitlich die Führung übernehmen konnte. Grimm packte aber wieder einmal eine Schippe drauf, als es nötig war und siegte am Ende mit satten drei Runden Vorsprung auf die Verfolger. Zur Freude seines Teamchefs Kai Weber gehörten  diese Verfolger auch zum Team Quad X Berlin. Hinter Grimm kletterten mit Sandy Schulze und Michael Holland zwei weitere Kawasaki-Piloten aufs Podium. "Wir haben hart gearbeitet und es war wirklich ein hartes Rennen. Diesen Triumph haben wir uns verdient", so Weber nach dem Rennen.

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Nächtliche Fahrerlager-Atmosphäre


In der Prestige-Class war es das aus Tagewerben stammende RMX-Racing-Team auf KTM, das keinen Zweifel aufkommen ließ, dass der Sieg nur an dieses starke Trio gehen kann. Fünf Runden oder umgerechnet rund eine Stunde und 20 Minuten hatten sie im Ziel Vorsprung auf die Verfolger. Auf Platz zwei landete das Zweier-Team "Vollgas" , Platz drei ging an das "Jump `n Ride"-Team auf GasGas.
Richtig eng ging es auch in der Triple Class zu. Auch hier gab das RMX-Racing-Team den Ton an. Andreas Rosenlöcher, Thomas Rust und Alexander Vogt eingeschrieben siegten am Ende mit unglaublichen 48 Runden und holten sich damit auch den Overall-Sieg für die meisten gefahrenen Runden. Nur eine Runde Rückstand hatte das Team vom Team Quad Shop Altenstadt eine Runde vor dem VKKSK-Racing.

Einen harten lieferten sich gleich mehrere Teams in der Twin Class, in der jeweils zwei Fahrer mit zwei Quads unterwegs. Quadparts Austria, das Mohr-Racing-Team und das Eastside-Racing-Dresden-Team waren in einer Runde unterwegs. Letztere fuhren am Ende den Sieg nach Hause vor Mohr und Austria. Die Freude im Ziel kannte letztlich für alle Teams und Einzelfahrer  keine Grenzen. 

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Staubiger Start...


Bei den Bikes gab es die härtesten Fights naturgemäß in der mit weit über 100 Teams besetzten SportsClass (vier Fahrer, vier Bikes). Nach 24 Stunden lagen die beiden führenden Teams immer noch in einer Runde. Das Team MX-Point, besetzt mit Spitzenfahrern aus der Enduroszene (Daniel Hänel, Marcel Schneider, Morris Schneider und Edi Hübner) verteitigten die Piste sagenhafte 73 Runden lang, also über 700 harte Offroadkilometer gegen die Altmeister, das Team Engel. Auch die Jungs von Motzorrad Feist waren noch auf Schlagdistanz und am Ende nur eine Runde zurück. Erfreulich auch, dass die Endurofreunde aus Schweden (FMCK Hässleholm), die dem E-day schon seit Jahren die Treue halten, vorne mitmischten und am Ende auf dem 4. Platz landeten.

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Der Kampf gegen sich und die Maschine...


In der PrestigeClass war die Sachlage klarer. Rene Stenzel, Ronny Herlitschke, Ronald Koch und Hannes Richter vom MC Snegge junior ließen keinen Zweifel aufkommen und setzten sich vor ihren Verfolgern vier Runden ab. Diese hießen Künz Ppromotion Suzuki 24h und Beta K&P Zweiradtechnik Geringswalde.

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Geschafft! Jubel im Ziel


Als komplett meschugge müsste man eigentlich die Ironmen bei den Bikes bezeichnen: 24 Stunden lang offroad nonstop auf einem Motorrad – das muss man abkönnen. Und so ist diese Klasse gut geeignet, die eigenen Grenzen auszuloten, die körperliche und psychische Leistungs- und Leidensfähigkeit. Über 50 Piloten stellten sich dieser Herausforderung. Dabei gab es einen unbestrittenen Helden, der dem Rest des Feldes keine Chance ließ. Joscha Wiefel vom Team Touratech bewies, dass man auf einer 450er BMW offenbar am entspanntesten Offroadfahren kann. Er nahm dem Zweiten Benny Menzel vom MX-Point am Ende sechs Runden ab. Menzel, bereist im Jahr 2009 Zweiter in dieser Klasse, muss nun wieder kommen, um irgendwann doch noch den Sieg zu holen. Dabei gebührt ihm die Krone der Leidensfähigkeit. Nach einem Arbeitsunfall muss er an der linken Hand mit nur einem Finger auskommen und mit diesem den Lenker halten. 24 Stunden lang! Der dritte Platz bei den Ironmen gehört Roman Kunke von K&P Zweiradtechnik Geringswalde.

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Ein cooler Drink als Belohnung im Zieleinlauf


Beim Zieleinlauf hörte man sowohl bei den Bikes als auch bei den Quads häufig Sätze wie "Das mache ich nie wieder". Und man kann sich trotzdem jetzt schon sicher sein, dass die, die das am lautesten riefen, die Ersten sein werden, die im kommenden Jahr in der Einschreibeliste stehen werden.

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Unvergesslich: ein Korso rund um den Ring als Ehrenrunde


Zur Belohnung für die Mühe gab es dieses Jahr bei den Bikes eine Besonderheit. Das gesamte Fahrerfeld wurde vor der Siegerehrung in einem Korso auf die Straßen-Rennstrecke des Lausitzrings geholt. Die Haupttribüne, vor der normalerweise die Tourenwagen der DTM vorbeirauschen, hatte nie zuvor so viele Offroadbikes gesehen. Dieses besondere Spektakel ließ sich kaum einer entgehen. Trotz der durchlittenen Strapazen wurden zu diesem Schaulaufen nochmals die letzten Kräfte mobilisiert und die Gashähne auf der Zielgerade aufgerissen.

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Die Helden der SportsClass



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Die Helden der PrestigeClass



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Die Ironmen Helden
 

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