Endurance Day 2009

Fast 180 Bike-Teams mit über 640 Fahrern gingen auf dem „Österreicher" in Torgau erneut das 24-Stunden-Enduro, den Endurance-Day an. Auf dem abwechslungsreichen Rundkurs, der diesmal sogar zwei Häuserdurchfahrten barg, dauerte eine Runde durchschnittlich bis zu 15 Minuten - für die Top-Teams!

Vom Start weg sah alles nach einem Duell zwischen dem Team von Matthias Engel mit Derrik Görner, Tobias Kirbach und den Gastfahrern Sascha Eckert und Altmeister Radek Matoska, und dem BMW-Touratech-Racing-Team mit Torsen Elze, Lars Würdemann, Bernd Eckenbach und GCC-Piloten Mickael Musqin aus.

Doch das BMW-Team hatte schon frühzeitig einen Ausfall: Lars Würdemann landete unsanft in einer Häuserpassage auf dem Fußboden und verletzte sich dabei einen Halswirbel. Nach drei Stunden kam er zwar schon wieder mit einer Halskrause aus dem Krankenhaus zurück, doch an ein Weiterfahren war nicht zu denken: „Ich hatte das letztes Jahr schon mal mit dem Nachbarwirbel - da werden die Hände taub, weil die Bandscheibe auf die Nerven drückt." An ein Weiterfahren war für ihn nicht zu denken, und so ging das Team mit drei Fahrern auf die verbliebenen Stunden.




Die Spuren in der Nacht ...

In der Dunkelheit der Nacht verlor man so nicht nur den Anschluss an die Spitze, sondern auch noch den zweiten Platz. Doch als es wieder hell wurde, machte das Team so richtig Druck: „Das Tempo konnten wir einfach nicht halten", musste Christoph Lessing eingestehen, dessen Team KTM GST Berlin Racing schließlich mit einer Runde Rückstand den dritten Platz in der Prestige-Klasse belegte.

Doch auch das Team Engel hatte so etwas wie eine Schrecksekunde, als nämlich zur Mittagszeit Derrik Görner die Husaberg vorzeitig in die Box schob: Ein Kabel hatte sich durchgescheuert, Masse bekommen und deshalb war die Batterie leer. Zu seinem Glück hatte das Team zu dem Zeitpunkt schon vier Runden Vorsprung - und konnte in Ruhe reparieren. Damit reichte es am Ende doch noch mit 95 Gesamtrunden vor dem BMW-Team mit 92 Runden für den Gesamtsieg in der Prestige-Klasse.

Damit hat das beste Prestige-Team sogar eine Runde mehr gefahren als das beste Sport-Team, obwohl das bisher immer umgekehrt war. Denn alle Servicearbeiten am Motorrad gehen in der Prestige-Klasse von der Fahrzeit ab - in der Sportklasse kann bereits der nächste Fahrer die Runden drehen, während getankt oder geschraubt wird.

Das erfolgreiche Team in der Sport-Klasse "Engel 1"

Allerdings hatte das spätere Sieger-Team Engel 1 (zum Unterschied des Teams in der Prestige-Klasse = Engel 2) vor dem Start ordentlich zu Schrauben gehabt: Daniel Hänels Motorrad war 14 Tage zuvor gestohlen worden, und natürlich hatte auch die Versicherung noch nicht bezahlt. Trotzdem hatte Teamchef und Händler Michael Engel ihm eine neue KTM hingestellt, die er bis Freitag tief in die Nacht vorbereiten musste. Doch der Aufwand hatte sich gelohnt, denn die einzigen technischen Probleme im Team waren zwei Plattfüße von Morris Schneider. Die holte der sich jeweils in der ersten Runde seines Turns gleich zu Beginn, so dass er nicht nur den größten Teil der Runde mit Plattfuß fahren, sondern auch noch gleich den nächsten Fahrer vorzeitig ins Gefecht schicken musste. Das brachte die Planung etwas durcheinander, zumal teilweise auch nur mit zwei Fahrern gestartet wurde: Zwei hatten die Nachtschicht übernommen, zwei die Tagschicht. Aber nach der Nachtschicht war einer der Fahrer dermaßen ausgebrannt, dass der schon aufhören wollte - nach seiner längeren Pause war er dann aber wieder so fit, dass er die weiteren Einsätze durchhielt.

Hinter diesem Team wechselten sich mit schöner Regelmäßigkeit die „Springschweine" und das Team „KTM Feist 1 Rochlitz" ab. An Ende lagen die vier Fahrer vom Team Feist nur sechs Minuten zurück, doch immer noch in der gleichen Runde.

Die nächstliche Boxengasse unter dem Hallendach erleuchtet

Bei den Iron-Man, den Fahrern, die die gesamte Distanz alleine angehen, hatte sich Titelverteidiger Sepp Wiegand Chancen ausgerechnet. Doch ein gerissener Tank an der Husaberg machte schon früh eine Notreparatur nötig. Den Tank austauschen wollte man erst bei einem längeren Stop und so kam es, dass Wiegand in der Nacht sogar noch einmal ohne Sprit liegenblieb. Am Ende kämpfte sich der Erzgebirgler aber wieder vor auf den dritten Gesamtrang.

Den Platz an der Spitze hatte sich Andre Engelmann erobert, der ohne echte Pausen unbeirrt seine Runden drehte. Im Laufe des Vormittags wurde Benny Menzel zu seinem schärfsten Verfolger und konnte den Abstand sogar auf eine Runde verkürzen. Doch der Roof-of-Africa-Teilnehmer Menzel konnte Engelmann nicht mehr von der Spitze verdrängen und war im Ziel zunächst sehr entäuscht. Dabei können beide Fahrer mehr als stolz auf ihre Leistungen sein, denn mit 76, respektive 75 Runden, wären die beiden sogar bei den Teams im vorderen Feld gelandet.

Nur als fliegender Mechaniker für den Fall der Fälle war Steffen Metz für das Team von Enduro-Koch gestartet. Metz hatte den Startplatz geerbt und stand als Mechaniker in der Box. Doch im Falle eines Falles hätte er auch, wie bei einer Rallye als Assistenz-Fahrzeug direkt das havarierte Motorrad fahren können. Das war aber nicht nötig und letztlich drehte Metz gegen Ende des Wettbewerbs seine Runden aus dem gleichen Grund, aus dem die Meisten gestartet waren: Weil es Spaß macht.

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  • Eine über 20 Jahre alte Yamaha DT 400 schaffte trotz eifriger Bastelarbeit insgesamt nur eine Runde - dem Team gehört der Preis für die 24-Stunden-Bastel-Challenge.
  • BMW-Urgestein Lazlo Perez hat den Helm (beim 24-Stunden-Enduro) an den Nagel gehängt. Statt dessen führte er das „Grünschnabel-Team" der Blauweißen auf den elften Platz. Fahrer waren allesamt aus dem BMW- und familiären Umfeld. Unter anderem mit Florian Hauser, dem Sohn von BMW-Sportchef Berti Hauser, der dieses Wochenende beim Superbike-WM-Lauf war.
  • Während ihr Werner auf seinem Turn draußen war, hängte Diane ein Riesen-Poster in die Box: „Willst Du mich heiraten?" Keine Frage, Werner war völlig gerührt und wollte! Damit wird Baboons schon zum zweiten Mal zum „Ehestifter".

Siegerehrung der Prestige-Klasse - nach 24 Stunden Streß


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Ein kleines "Extremfeld" forderte die Kräfte der Fahrer ganz besonders - über die 24 Stunden gaben die Eisenbahnschwellen aus Beton kein bißchen nach - das machte es von Runde zu Runde schwieriger.

Die Quad-Fraktion
Quad fahren macht Spass, Quad fahren ist ein schönes Hobby, Quad fahren ist... einfach nur eine Quälerei. Zumindest, wenn Mann oder eben auch Frau beim BABOONS Endurance-Day den Start geht. Seit einigen Jahren sorgt das 24 Stunden Rennen der Motorräder schon für Furore. Und auch in der Quad-Szene hat sich der Endurance Day mittlerweile einen Namen gemacht. Zwar müssen die Quads "nur" zwölf Stunden auf die Piste, doch auch das ist definitiv hart genug.
In diesem Jahr wurde in Neiden bei Torgau gefahren. Und die Veranstalter hatten dort auch für die Quads ein richtig schickes Stück Strecke abgesteckt, das von immerhin 57 Teams unter die Räder genommen wurde. Gestartet wurde in Zweier- oder Dreier-Teams. Außerdem hatten sich zehn "Wahnsinnige" in der Ironman-Klasse eingeschrieben.

Der Startschuss fiel Pfingstfreitag um Mitternacht. Um die Crashgefahr von Beginn an zu minimieren, hatte sich Baboons etwas Neues einfallen lassen. Mit einem "Pace-Quad" ging es auf die erste Runde, und so gab es diesmal einen fliegenden Start an Stelle des üblichen Le-Mans-Sprints.
Es sollte eine lange Nacht werden. Es zeigte sich, dass der Endurance Day nicht nur eine Frage der Kondition der Fahrer ist. In der Box wurde viel geschraubt und nur wenige kamen ohne technische Probleme über die Runden. Die meisten hatten dabei letztlich Manuel Kraft und Rene Staab in der Twin-Klasse gedreht. Die beiden hatten den Kurs immerhin 49 Mal umrundet und sahen nach zwölf Stunden und knapp elf Minuten das Ziel. Platz zwei in der Twin-Klasse ging an das RMX Racing Team 1, in dem der amtierende GCC-Meister Nico Richter und seine Teamkollegin Sabine Pulz starteten. Die beiden mussten sich am Ende mit einer Runde Rückstand geschlagen geben. Christoph Kerscher und Walter Kerscher vom Team Quadparts Austria landeten auf Platz drei.

In der Prestige-Klasse, in der bis zu drei Fahrer mit nur einem Quad ins Rennen gehen, sollte der Titelverteidiger die Nase vorn haben. Clemens Eicker und seine Teamkollegen Ralf Hoormann und Sebastian Lodder pilotierten die E-ATV souverän über den Kurs und waren von Beginn an das überragende Team dieser Klasse. Am Ende sollten es unglaubliche zwölf Runden sein, die Eicker und Co auf den Rest ihrer Klasse heraus gefahren hatten. Beachtlich auch die Leistung des Herkules Motor Racing Germany Teams. Erik Pohl, Joe Meinel und Philipp Ziegler stellten ihre Herkules trotz jeder Menge Probleme und viel Schrauberarbeit nach einem üblen Crash auf dem zweiten Rang ab. Platz drei ging an Hans Georg von der Marwitz, Thomas Hildebrandt und Oliver Klasen, die mit einer 500er Cectek gestartet waren.


In der Triple Klasse hatten am Ende der zwölf Stunden Martin und Michael Kunath sowie ihr Teamkollege Hannes Propp die Nase vorn. Mit einer Runde Vorsprung sicherten sie sich den Sieg vor dem Team Riedpower und Manuel Hammann, Ralf und Kerstin Wilke. Platz drei holten sich Dieter Fröhner, Maik Haustein und Kai Fröhner.
Ein Quad, ein Fahrer, zwölf Stunden - eine Mixtur, die eigentlich gar nicht geht. Gewinner waren sie alle, doch einer sollte in Neiden für Kopfschütteln und ungläubiges Staunen sorgen. Michael Grimm prügelte seine Kawasaki schon in den ersten Runden über den Kurs, als gäbe es kein Morgen mehr. Wer meinte, dass sich der Pilot vom Quad X Berlin-Team übernommen hatte, sollte sich wundern. Die erste kleine Pause legte Grimm nach drei Stunden ein, allerdings nur, um dann noch mehr am Gasgriff zu drehen. Bis eine Stunde vor Rennende lag der Kawasaki-Pilot gleichauf mit dem führenden Team der Prestige-Klasse, mit dem kleinen Unterschied, dass dort eben drei Fahrer am Werk waren.

Rechnerisch hätte Grimm das Rennen schon gegen elf beenden können und seine Klasse trotzdem noch gewonnen. Am Ende nahm Grimm das Tempo ein wenig heraus und hatte im Ziel trotzdem noch vier Runden Vorsprung auf seinen Teamkollegen Sandy Schulze. Grimm, der "Iron Man" des Endurance-Day 2009 hatte dann im Ziel aber die Nase voll. "Ich hab es mal mitgemacht, nun reicht es aber auch. Aber wahrscheinlich wird es so kommen, wie immer. Heute fluchen wir, beim nächsten Mal sind wir wieder am Start". Platz drei bei den Iron Man ging an Andy Lucke.

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