Endurance Day 2006

Wenn’s dem Offroader zu bunt wird, geht er aufs Eis tanzen – oder er wagt den Start bei den 24 Stunden des BABOONS Endurance-Day. Nur die härtesten Offroader stellten sich der Herausforderung.
Nach der kurzfristigen Verlegung des diesjährigen Endurance-Days, der einzigen Offroad-Veranstaltung dieser Art in Deutschland, hatte das Team um Nicky Neubert in Langensteinbach alle Hände voll zu tun, das riesige Starterfeld von über 150 Teams mit Fahrerlagefläche und passendem Gelände zu verarzten. Dies gelang sehr gut. Kurzerhand wurde eine Straße zur Boxengasse erklärt, so dass die Teams ordentlichen Platz auf festem Untergrund hatten.

Doch vorweg: Eigentlich sollte der 2006er Endurance-Day ja auf Gut Priefel bei Altenburg über die Bühne gehen. Doch die EU-Bürokratie schlug dem Kult-Event ein Schnippchen. Angemietete stillgelegte Ackerflächen wären aus EU-rechtlichen Fördergründen aus der Förderung geflogen, weshalb einige Landwirte ihre Geländezusagen zurückzogen. Ein spitzfindiger Agrar-Bürokrat war im Paragraphendschungel auf den Passus gestoßen. Nix mehr war’s mit Altenburg, obwohl die Landkreisverwaltung alles versuchte, um die Mega-Veranstaltung im Landkreis zu halten. So musste innerhalb von 14 Tagen ein anderes Gelände gefunden und genehmigt und dieses innerhalb von acht Tagen für die Veranstaltung fit gemacht werden. Eine ausgesprochen schwierige Aufgabe…


Von vornherein war klar, dass die Strecke in Langensteinbach im Prinzip ideal ist – 2004 gab es ja bereits den ersten Endurance-Day dort. Allerdings war das Starterfeld jetzt etwa doppelt so groß. Und klar war auch, dass es eine ziemlich schwierige Veranstaltung werden würde. Langensteinbach ist ja bekannt dafür, dass die Grube bei Regenwetter schwer passierbar wird. Und wenn schon die EU-Bürokratie Schwierigkeiten macht, dann natürlich auch noch der Wettergott.
Zwar regnete es im Chemnitzer Land die Wochen zuvor nicht ganz so heftig, wie im Rest Deutschlands. Es reichte aber trotzdem für eine ordentliche Herausforderung in dem lehmig-sandigen Kessel. Und, wie es einfach kommen musste: Es war weiterer Regen angesagt.
Beim Start war das Wetter ideal. 16 Grad, die Sonne blinzelte durch die Wolken, und eine gut gelaunte Offroad-Horde erlebte ein tolles Spektakel nach dem Le-Mans-Start. Team Schwedenstahl kam am schnellsten aus dem Trichter. Es folgten das Husaberg-Enduro-Team mit Thomas Günther vor dem BMW Motorrad Team Offroad mit Simo Kirssi. Schon am Samstagabend war die Strecke starker Tobak. Schnell bildeten sich tiefe Spurrillen in dem weichen Geläuf. Aber alles lief glatt – außer dass ein paar allzu Wilde durch die Absperrbänder brachen und damit schon in der ersten Runde für einige Verwirrung sorgten.

Schlammlöcher, Spurrillen und knifflige Auf- und Abfahrten – während einige mit glänzenden Augen und „Geil-Rufen“ aus den ersten Runden kamen, war die Runde nix für Weicheier. Zähne zusammenkneifen, den Blick nach vorne richten und den Gashahn auf, das stellte sich als das beste Motto für das Durchkommen heraus.
In der Nacht kam der Regen – und mit ihm die Härte. Viele Passagen wurden unpassierbar. Nicky Neubert und Jens Zimmermann hatten bereits bei der Fahrerbesprechung angekündigt, dass der Regen kommen würde und dass dann schwierige Stellen entschärft würden.

Das richtige Rezept war Ruhe bewahren. Etliche Teams stellten während der kritischen Stunden ihre Geräte in den Stall und warteten ab. Das stellte sich nicht als das schlechteste Rezept heraus. Während andere regelrecht versumpften oder Kupplungen verbrannten, schonten manche Hobby-Teams so ihre Kräfte. Manch einer ließ gar sein Arbeitsgerät mitten auf der Strecke stehen und legte sich erst mal in die Federn. Von einem Team wurde bekannt, dass es sich erst geraume Zeit auf die Suche begeben musste, um dann die versumpfte Maschine erst wieder zu finden.
Am Morgen war die deutlich verkürzte Runde dann für alle gut fahrbar. Die Mörder-Auf- und Abfahrten waren längst aus der Strecke genommen.
Die Laune bei den Teams war durch die widrigen Bedingungen nicht gesunken. Schließlich waren die Bedingungen für alle gleich. Neben dem fahrerischen Können entschied auch die Renntaktik über Erfolg oder Niederlage.
Für die Prestige-Teams wurde es eine harte Sache. Ein Motorrad bei diesen Bedingungen über die 24 Stunden zu bringen, war eine echte Herausforderung. Und so „starben“ etliche Teams wegen Materialschäden. Das gehört beim Endurance-Day aber dazu. Die härtesten Fahrer und die haltbarsten Maschinen waren am Ende vorn…

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